Immer mehr Menschen in der Schweiz fragen sich, wie viel Vermögen es wirklich braucht, um im Ruhestand finanziell sorgenfrei leben zu können. Viele gehen davon aus, dass ein moderater Betrag oder die staatliche Vorsorge allein ausreichen — doch die Realität zeigt, dass die benötigten Summen deutlich höher sind, als viele erwarten.
Laut Analysen und Erfahrungsberichten von Finanzplanern gilt: Wer seinen Lebensstil im Alter ähnlich komfortabel fortführen möchte wie vorher, sollte ein deutlich grösseres Vorsorgekapital anstreben. Besonders in einem Land mit hohen Lebenshaltungskosten wie der Schweiz wird schnell klar, dass traditionelle Zahlen häufig zu niedrig angesetzt sind.
Warum 1,5 Millionen oft nicht reichen
Eine weit verbreitete Faustregel unter Finanzexperten ist, dass ein Ehepaar rund 1,5 Millionen Franken an Vermögen zur Pensionierung mitbringen sollte, um den gewünschten Lebensstandard langfristig zu sichern. Diese Zahl basiert auf der Idee, dass das Kapital zusammen mit staatlichen Renten und Pensionskassenauszahlungen eine stabile finanzielle Basis bildet.
Doch auch 1,5 Millionen Franken — eine Summe, die auf den ersten Blick gross erscheint — reicht nicht automatisch für einen wirklich komfortablen Ruhestand aus, wenn man die steigenden Lebenshaltungskosten, Gesundheitskosten und Wunschvorstellungen berücksichtigt. Viele Menschen unterschätzen, wie sich Ausgaben im Alter entwickeln und wie lange das Kapital tatsächlich reichen muss.
Lebenshaltungskosten und höhere Ansprüche im Alter
Im Ruhestand verändern sich die Ausgaben:
• Berufskosten, wie Fahrten zur Arbeit oder Arbeitskleidung, fallen weg, aber oft entstehen andere und oft höhere Ausgaben — etwa für Freizeit, Reisen oder Gesundheitsversorgung.
• Zusätzliche Versicherungskosten, Steuern und die Inflation können den Kaufkraftbedarf über die Jahre erhöhen.
Dadurch kann ein an sich «solides» Vermögen mit der Zeit schneller aufgebraucht werden, als viele erwarten. Diese Realität führt dazu, dass Experten empfehlen, nicht nur eine Zielsumme zu planen, sondern auch die erwarteten Kosten und Lebensziele im Detail zu berücksichtigen.
Die Bedeutung realistischer Planung
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass viele Menschen ihre eigene Lebenszeit zu niedrig einschätzen. Wer länger lebt als geplant, benötigt mehr Kapital, um den gleichen Lebensstandard beizubehalten. Ohne realistische Modelle und Prognosen kann das Risiko steigen, dass das Geld im Alter früher aufgebraucht ist als gedacht.
Finanzexperten empfehlen deshalb, sich frühzeitig mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Lebensstandards im Alter gewünscht werden und welche finanziellen Mittel dafür tatsächlich nötig sind. Nur so lässt sich vermeiden, dass man am Ende des Arbeitslebens mit zu knappen Reserven konfrontiert wird.
Fazit
Für ein gutes Leben im Ruhestand reicht es heute für viele nicht mehr, sich auf die staatlichen Vorsorgesysteme oder eine moderate Ersparnis zu verlassen. 1,5 Millionen Franken sind ein realistischer Zielwert für viele Haushalte, um langfristig den Lebensstandard zu halten, doch auch diese Summe sollte im Kontext der persönlichen Ziele und Ausgaben geplant werden. Eine fundierte, frühzeitige Planung erhöht die Chance, den Ruhestand finanziell sicher zu gestalten und nicht früher als geplant auf Kompromisse angewiesen zu sein.





